Wurzelspitzenresektion/Knochendeckelmethode

Ein Zahn mit einer vorhandenen Wurzelkanalfüllung sollte Ihnen keine Beschwerden machen und auch keine Veränderungen an der Wurzelspitze im Röntgenbild zeigen. Ist dies dennoch der Fall, kann eine Wurzelspitzenresektion des betroffenen Zahnes erforderlich werden. Ein weiterer Grund wäre eine nicht abgeschlossene Wurzelkanalbehandlung z. B. wenn der Zugang zum Kanal von der Zahnkrone her nicht möglich ist oder große Zysten an der Wurzelspitze vorliegen. Ziel einer Wurzelspitzenresektion ist es, den Zahn definitiv zu versorgen und beschwerdefrei in seiner Funktion zu erhalten. In der Regel erfolgt der Eingriff unter örtlicher Betäubung. Dabei muss über einen kleinen Schnitt durch die Schleimhaut (1-1,5 cm) der Kieferknochen über der Wurzelspitze freigelegt und mit speziellen Knochenfräsen abgetragen werden. Nach Freilegung der Wurzelspitze wird sorgfältig alles Entzündungsgewebe (Zysten etc.) entfernt und die Spitze um ca. zwei bis drei Millimeter gekürzt. Meist weist der Zahn bereits vor der Operation eine Wurzelkanalfüllung auf. Wir ergänzen diese vorhandene Füllung mit einer kleinen Füllung von der Seite der Wurzelspitze her. Sollte der Zahn noch keine Wurzelkanalfüllung haben, so erfolgt diese während der Operation durch uns. Die entstandene Knochenhöhle empfehlen wir Ihnen mit einem antibiotischen Kollagen-Kegel zu verschließen, der sich selbst resorbiert. Anschließend wird das Weichgewebe wieder zurückgelegt und vernäht. Eine Röntgenaufnahme beendet den Eingriff und ermöglicht eine nochmalige Kontrolle der Wurzelkanalfüllung und der erfolgten Resektion. Der Eingriff dauert in der Regel zwischen 15 und 30 Minuten und ist nicht schmerzhaft. In der Regel führen wir den Eingriff vom Mundvorhof (von der Außenseite des Kiefers) aus durch. Bei den Oberkieferseitenzähnen kann es jedoch notwendig werden, zusätzlich vom Gaumen her zu operieren, wenn die Wurzeln dieser mehrwurzeligen Zähne sehr weit voneinander abgespreizt sind. Nach sieben bis zehn Tagen können die Nähte entfernt werden, da die Weichgewebswunde bis dahin in der Regel verheilt ist. Um die Heilung im Bereich des Knochens zu überprüfen, sollte nach drei bis sechs Monaten eine nochmalige Röntgenkontrolle erfolgen.

Knochendeckelmethode

Im Seitenzahngebiet des Unterkiefers ist der Kieferknochen über den Wurzelspitzen sehr kräftig ausgeprägt. Aus diesem Grund muss man bei der herkömmlichen Methode sehr große Defekte in den Kieferknochen bohren, um an die Wurzelspitzen zu gelangen und frei Sicht in das Operationsgebiet zu haben. Ich empfehle Ihnen in diesem Fall die Knochendeckelmethode. Hierbei wird ein Knochendeckel über den Wurzeln mit piezochirurgischen Instrumenten ausgeschnitten und asserviert. Dies hat den Vorteil, dass nach Beendigung der Wurzelspitzenresektion der entstandene Defekt in der Tiefe mit einem antibiotischen Kollagenkegel aufgefüllt und mit dem körpereigenen Knochendeckel abgedeckt werden kann. Mit dieser Methode kommt es zu deutlich weniger Verlust an gesundem Kieferknochen, was spätere aufwendige Knochenaufbauten unnötig macht. Der Eingriff dauert in dieser Variante zwar etwas länger (30-45 min), aber dieser Aufwand lohnt sich definitiv.